WhatsApp beendet Support für Windows Phone und ältere Android- und iPhone-Modelle

Whatsapp Quelle: Whatsapp.com

Die Technik schreitet unaufhörlich voran. Ein Umstand, der sich auch bei den Betriebssystemen von Smartphones bemerkbar macht. Nun hat WhatsApp beschlossen, ältere Modelle nicht mehr zu unterstützen. Konkret sind alle Nutzer von Windows Phone betroffen. Ebenso iPhones mit iOS 7 (und älter) und Nutzer von Android 2.3.7 (und älter). Für die betroffenen User ist dies keine gute Nachricht. Gerade dann, wenn man eine Anwendung regelmäßig nutzt, ist die Einstellung der Funktionalität ein harter Einschnitt. Es ist damit vergleichbar, in einem Online-Casino zu spielen, und dann keinen Zugang mehr zu erhalten. Würden Sie sich deshalb ein anderes Smartphone kaufen?

Zahlen und Fakten zu WhatsApp

WhatsApp ist seit 2009 auf dem Markt. 2014 wurde das Unternehmen von Facebook gekauft. Die App bietet die Möglichkeit, Textnachrichten, Fotos und Videos zu verschicken. Ebenso lässt sich über die App telefonieren. WhatsApp erlangte einst Berühmtheit als Alternative zur SMS, für die die Nutzer jeweils zahlen mussten. Da WhatsApp statt dem Handynetz das Internet nutzte, konnten Textnachrichten in beliebiger Zahl kostenlos verschickt werden. Mittlerweile ist WhatsApp für viele eine einfache Alternative zur E-Mail geworden. Im Gegensatz zu dieser zeigt der Messenger an, ob die Nachricht gelesen wurde. 

Aktuell nutzen 1,5 Milliarden Menschen in mehr als 180 Ländern WhatsApp. 58 Prozent der User verwenden die App mehrmals täglich. Statistiker gehen davon aus, dass in den USA bis 2021 mehr als 25 Millionen Menschen WhatsApp nutzen werden.  Neben Privatpersonen nutzen derzeit über 3 Millionen Unternehmen WhatsApp für geschäftliche Zwecke. Der Erfolg zeigt sich auch in den Download-Statistiken: So steht die App auf Platz drei der weltweiten Android-App-Charts. Ein so großer Erfolg kommt nicht ohne Schattenseiten aus. So ist der Messenger in 12 Ländern verboten.

Wie schlimm ist es wirklich?

Wie hart es die User trifft, hängt davon ab, welches System sie nutzen. Am härtesten dürfte es die Besitzer eines Windows-Phones treffen. Hier ist nach dem 31. Dezember 2019 keine Nutzung von WhatsApp mehr möglich. Besser sieht es aus, wenn Sie ein altes iPhone oder Android-Gerät verwenden. Hier endet vorerst „nur“ die Möglichkeit, neue Nutzerkonten anzulegen oder bestehende zu verifizieren. Ab dem 01. Februar 2020 wird die App aber auch hier nicht mehr funktionieren. Laut Auskunft des Herstellers kann es passieren, dass einzelne Funktionen vorher schon nicht mehr funktionieren. 

Welche Alternativen gibt es?

iPhone Bildschirm Quelle: Sputnik International

Die einfachste, aber auch teuerste Variante besteht im Kauf eines moderneren Smartphones. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit, zu einem anderen Messenger zu wechseln.

Die Alternativen sind:

  1. Facebook-Messenger
    Dieser ist WhatsApp in vielen Dinge ähnlich. Auch hier lassen sich Textnachrichten und Dateien verschicken. Ebenso können Sie die App zum Telefonieren nutzen. Wie bei WhatsApp fallen dabei keine zusätzlichen Gebühren an (Internet-Telefonie). Zumindest, wenn Sie einen Vertrag mit Internet-Flatrate haben. Der Facebook-Messenger hat in Deutschland eine Verbreitung von 49 Prozent. Dies ist deutlich weniger als der Klassenprimus WhatsApp, den 95 Prozent der User verwenden. Zudem sind nicht alle User gewillt, sich auf Facebook „einzulassen“. Unabhängig davon ist der Facebook-Messenger eine gute Lösung, die laut Hersteller demnächst nochmals verbessert werden wird. 
  2. Skype
    Fällt der Name Skype, denken die meisten an Videotelefonate. Tatsächlich hat das Microsoft-Produkt einiges mehr zu bieten. So lassen sich auch Texte, Fotos und Videos mit der App verschicken. Im Gegensatz zu WhatsApp und Facebook können damit auch Leute angerufen werden, die keinen Skype-Account besitzen. Microsoft arbeitet derzeit daran, die Anwendung mit künstlicher Intelligenz zu paaren. So soll Skype künftig in der Lage sein, Tickets zu kaufen oder in Restaurants einen Tisch zu reservieren. In 2018 nutzten 24 Prozent der Deutschen Skype auf Ihren Rechnern oder Mobilgeräten. 
  3. WeChat
    WeChat ist in Deutschland noch nicht wirklich populär. Dies zeigt der Marktanteil, der unter 10 Prozent liegt. In China hingegen dominiert die App den Markt. WeChat bietet kostenloses Verschicken von Textnachrichten, Telefonieren und Gruppenchats. Hinzu kommen Features wie der „Friend Radar“ oder „People Nearby“. Diese helfen dabei, neue Bekanntschaften zu schließen. 
  4. QQMobile
    Der QQ-Messenger stammt aus dem selben Haus wie WeChat. Im Prinzip handelt es sich um eine jugendlichere Version von WeChat. Auch QQ bietet alles, was man von Apps wie WhatsApp kennt. Hinzu kommen Extras wie Musicstreaming, ein Dating-Service sowie die Möglichkeit, auch große Dateien zu versenden. Ein Thema, mit dem sich die Platzhirsche derzeit noch schwer tun. 
  5. Snapchat
    Snapchat ist bei jungen Leuten äußerst populär. Im Prinzip handelt es sich um ein soziales Netzwerk in der Art von Instagram. Allerdings bietet auch Snapchat die Möglichkeit, Nachrichten zu verschicken (die sich nach einer gewissen Zeit von selbst zerstören). 

Snapchat Quelle: Pixabay

Fazit: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Spätestens 2020 wird WhatsApp auf älteren Smartphones nicht mehr laufen. Besitzer solcher Geräte haben also noch Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Wie die Übersicht zeigt, gibt es diese durchaus. Hier muss am Ende der persönliche Geschmack entscheiden. 

Autor: Fred Guggenberger

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