Wenn die Bestattung zum Umweltschutz beiträgt

Wenn die Bestattung zum Umweltschutz beiträgtQuelle: O’Dwyer Funeral Directors

Vegane Ernährung, Verzicht aufs Auto und auf Flugreisen – es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf die Natur zu achten. Für immer mehr Menschen gehen die aber nicht weit genug. Sie machen sich Gedanken darüber, wie sie der Umwelt sogar nach ihrem Tod so wenig wie möglich zur Last fallen können. Deshalb erleben biologisch abbaubare Särge und Urnen derzeit einen regelrechten Boom.

Metall und Lack im Holzsarg

Wenn jemand mit schwachem Herzen einen sehr großen Gewinn beim Glücksspiel macht, könnte das gefährlich enden. Deshalb ist es sehr zu empfehlen, wenn eine solche Person nicht allein ist, wenn sie in den eigenen vier Wänden im Online Casino spielt. Recht gute Überlebenschancen bei einem Herzinfarkt hat man, wenn man in Las Vegas ein Casino besucht. Dort sind so gut wie alle Spielbanken mit Defibrillatoren ausgestattet. Eine Studie hat gezeigt, dass in einem Casino, in dem die Angestellten im Umgang mit dem Defibrillator geschult sind, die Überlebenschancen sogar besser sind als im Krankenhaus. Herzpatienten sollten sich also eventuell vor ihrem Besuch im Casino darüber informieren, wie es um die medizinische Notfallversorgung vor Ort bestellt ist. Sonst müssen sich die Verwandten möglicherweise bald Gedanken über die Bestattung machen. Auf diesem Gebiet ist gerade ein Thema so richtig im Trend: nachhaltige Bestattung. Man könnte argumentieren, dass ein Sarg in den meisten Fällen aus Holz besteht, das sowieso in der Erde zersetzt wird. Allerdings verwenden Sargbauer Schrauben und Nägel aus Metall, außerdem wird der Sarg meist noch mit Griffen oder anderen metallischen Elementen verziert. Noch dazu kommen Lack und Leim zum Einsatz, die nicht nur beim Zersetzungsprozess in die Erde gelangen, sondern auch das Verrotten des Holzes verzögern. Wegen Lack und Leim dauert es zwischen 20 und 25 Jahre, bis ein Holzsarg zersetzt ist. Deshalb gibt es immer mehr Firmen, die biologisch abbaubare Särge im Angebot haben.

Leinöl statt Lack

Für die Herstellung von umweltverträglichen Särgen werden ausschließlich Materialien verwendet, die leicht abbaubar sind. So verzichten die Sargbauer auf künstliche Lacke und verwenden stattdessen beispielsweise Leinöl als schützende Schicht für das Holz. Statt metallenen Nägeln und Schrauben benutzen sie Holzdübel, und auch die Griffe bestehen aus Holz. Das Innenfutter eines biologisch abbaubaren Sargs muss natürlich ebenfalls umweltfreundlich sein, weshalb es aus Baumwolle und Stroh gefertigt wird. Weil sich die Nachhaltigkeit jedoch nicht nur auf das Material beschränkt, sondern den gesamten Herstellungsprozess umfasst, sollten Holz, Stroh und Baumwolle aus der jeweiligen Region stammen. Wenn das Holz zum Beispiel erst Tausende von Kilometer transportiert werden muss und die Abgase von Lkw oder Schiff die Umwelt belasten, bringt auch das umweltfreundlichste Material nichts.

Geflochtene Särge

Die Überlegung, biologisch abbaubare Särge herzustellen, brachte den Niederländer Mark Jacobs auf eine kreative Idee: Er lässt Särge flechten. Seine Firma boskamp greencoffins GmbH hat zahlreiche Modelle im Portfolio, die etwa aus Bambus, Bananenblättern oder Weide bestehen. Die Innenausstattung wird aus ungebleichter Baumwolle hergestellt. Damit keine Leichenflüssigkeit aus dem Sarg sickert, ist er außerdem mit einer wasserdichten biologischen Folie sowie einer Matratze aus Mais ausgestattet, die ebenfalls Feuchtigkeit absorbiert. Nicht nur bestehen die geflochtenen Särge aus umweltfreundlichen Materialien, sie sind auch noch außergewöhnlich anzuschauen. So verhält es sich auch mit den Särgen, die das österreichische Unternehmen plantoBio produziert und anbietet. Die sind Lotusblüten nachempfunden und haben daher eine geschwungene Form. Besonders ist aber auch das Material, das die Firma für die Särge verwendet: Zellulose und Lignin, ein Material, das bei der Herstellung von Papier anfällt und dort nicht mehr benötigt wird. Theoretisch macht es diese Mischung möglich, jede beliebige Form daraus zu bilden – etwas, was Holz nur durch besondere Anstrengungen und zeitlichen Aufwand zulässt. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Särge aus Zellulose und Lignin ist ihr Gewicht. Sie wiegen nur zwölf Kilogramm und damit ein Fünftel eines Eichensargs der gleichen Größe.

Umweltfreundliche Urnen

Auch wer eine Feuerbestattung bevorzugt, kann nach seinem Tod etwas für die Umwelt tun – indem er auf die Urne aus Eisen oder Keramik verzichtet und stattdessen ein biologisch abbaubares Modell wählt. Alexander Große, der Gründer des Unternehmens VON WELT, hat sich in seinem Projektdesign-Studium eingehend mit dem Thema „nachhaltige Bestattung“ auseinandergesetzt. Mit seiner Firma baut er seit 2016 Särge und Urnen aus regionalem Holz. Diese haben eine minimalistische, aber dennoch sehr ansprechende Form mit klaren Linien und dezenten Verzierungen. In den Urnen wird die Asche in Kapseln untergebracht, die aus Biokunststoff bestehen und somit ebenso biologisch abbaubar sind. Das spanische Design-Studio Estudiomoline hebt das Thema Umweltschutz bei Bestattungen sogar auf eine noch höhere Stufe. Ihre Bios Urn ist aus Kokosnussschalen, komprimiertem Torf und Zellulose gemacht und beinhaltet außerdem Baumsamen und Nährstoffe für Pflanzen. Wenn sich die Urne allmählich in der Erde zersetzt, fangen die Samen an zu keimen. Dank der Asche und dem Torf wächst mit der Zeit ein Baum daraus. Welcher Art von Baum man gerne als Nährstoff dienen möchte, kann man sich übrigens aussuchen. Zur Wahl stehen etwa Birken, Ahorn und Ginkgo.

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